Sonntag, 23. Oktober 2011

Himbeer-Birnen-Ente


Ich zeige Euch heute meine Enten-Premiere :) Deshalb vorab: Ich beschreibe Euch mal, wie ich die Ente zubereitet habe, ob das nun alles ganz fachmännisch war - insbesondere was die Vorbereitung der Ente betrifft - kann ich aber nicht garantieren ;) Geklappt und geschmeckt hat es jedenfalls.

Mein Mann hat als Dankeschön für eine kleine Gefälligkeit von einem Landwirt hier aus dem Ort zwei frisch geschlachtete Enten geschenkt bekommen. Ich wäre ansonsten wahrscheinlich nie dazu gekommen, eine ganze Ente zu machen, aber es hat sich doch gelohnt - es war sehr lecker!

Unsere Ente hatte - ohne Innereien - ein Gewicht von 1,9 kg und hat für vier Personen gereicht.

Für dieses Rezept wird vor allem eines benötigt: Himbeersaft :) Der lässt sich einfach aus Tiefkühl-Himbeeren zubereiten. Dafür ca. 750 g TK-Himbeeren in einen Topf geben und auftauen lassen. Die aufgetauten Himbeeren mit dem ausgetretenen Saft aufkochen und einige Minuten köcheln lassen, so dass die Himbeeren zerfallen. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Man kann die Himbeeren nun entweder durch ein Sieb streichen - dann ergibt sich ein flüssiges Püree - oder durch ein Tuch pressen, was dann Saft ergibt. Ich habe - um die größtmögliche Ausbeute zu erhalten - die Himbeeren erst durch ein Sieb gestrichen und die verbliebene Masse dann nochmal durch ein Tuch gepresst. Heraus kommen sollten insgesamt ca. 375 ml Himbeersaft bzw. -püree

Und nun zur Ente:

Ich habe keine Ahnung, wie eine gekaufte Ente vorbereitet ist. Unsere Ente war ausgenommen, aber der Hals und der Bürzel waren noch dran. Erst einmal wurde die Ente daher folgendermaßen vorbereitet:

Die Ente mit kaltem Wasser innen und außen abspülen und trocken tupfen. Die Ente mit der Brust nach oben und den Flügeln in Körperrichtung auf die Arbeitsplatte legen.

Die Flügel abspreizen und mit einem scharfen Messer die Haut über dem Ellenbogengelenk aufschneiden und das Gelenk durchtrennen. Die Flügelstücken dann komplett abschneiden.

Die Haut am Hals entlang mit einem scharfen Messer aufschneiden, so dass der Halsknochen freiliegt. Den Hals an der Stelle mit einer Geflügelschere abtrennen, wo der bewegliche Hals auf das fest sitzende Rückgrat trifft. Die überflüssigen Hautlappen ebenfalls abschneiden.

Die Bauchöffnung der Ente mit den Händen etwas dehnen und die gleich vorne seitlich anhaftenden Fettpolster mit der Hand lösen.

Nun noch den Bürzel entfernen (er gibt sonst einen tranigen Geschmack an die Ente ab). Den Bürzel also mit zwei spitz zulaufenden Schnitten vom Ende der Bauchhöhle trennen.

Das Fett, die Haut und der Bürzel werden entsorgt, die Flügelteile und der Hals werden noch benötigt, also bitte aufheben.

(An dieser Stelle ein großes Dankeschön an meinen Mann, der diesen Teil für mich übernommen hat *g*)


Nun wird die Füllung für die Ente zubereitet. Dafür 200 g Weizentoast in Würfel schneiden, 1 rote Zwiebel schälen und würfeln und 3 Birnen (insgesamt ca. 500 g) schälen, vierteln, vom Kerngehäuse befreien und ebenfalls in Würfel schneiden. 2 EL Butter in einer Pfanne erhitzen. Die Zwiebel und die Toastwürfel in die Pfanne geben und anbraten, bis der Toast gebräunt ist. Die Birnenwürfel zugeben und etwas andünsten. 2 großzügige EL Himbeermarmelade (ohne Kerne) und 3 - 4 EL Himbeersaft zugeben und alles gründlich verrühren. Mit Salz, Pfeffer und frischen Thymianblättchen abschmecken.



Die Ente mit einer Rouladennadel mehrfach von allen Seiten einstechen und außen und innen mit Salz und Pfeffer würzen. Die Füllung in die Ente geben und die Bauchöffnung mit Rouladennadeln verschließen.


Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Wenn der Ofen heiß ist, ein tiefes Backblech mit 250 ml heißem Wasser und 100 ml Himbeersaft füllen, die abgetrennten Flügelstücke und den Hals hineinlegen und das Blech auf die zweite Schiene von unten (ausgehend von 5 Schienen) in den Backofen schieben. Den Rost des Backofens auf die mittlere Schiene schieben und die Ente mit der Brust nach unten darauf legen.

Nach 30 Minuten die Ente drehen. Die Ente nun eine Stunde braten, dabei häufig mit dem Bratensaft, der im Backblech aufgefangen wird, übergießen. In das Backblech muß regelmäßig wieder kochendes Wasser nachgefüllt werden.

Die Temperatur auf 170 °C reduzieren und die Ente eine weitere halbe Stunde unter häufigem Übergießen mit Bratensaft knusprig braun braten.

Nach Ende der Garzeit die Ente nur noch warm halten. Das Backblech aus dem Ofen nehmen, die Flügel und den Hals entfernen, den Bratensaft in eine Schüssel gießen und entfetten.

Kleiner Tipp: Ein zweites Backblech währenddessen unter die Ente schieben, da sie auch weiterhin tropft.

Für die Sauce 1 EL Zucker in einem Topf karamellisieren lassen. mit 1 EL Balsamico und 200 ml Himbeersaft ablöschen. Den Bratensaft hinzugießen. Die Sauce aufkochen, 1 EL Honig und 1 EL Himbeermarmelade (ohne Kerne) einrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Sauce mit angerührter Speisestärke oder hellem Saucenbinder eindicken.


Als Beilage gab es bei uns Knödel und Rotkohl. In beidem habe ich nochmal ein bisschen Himbeergeschmack untergebracht, um uns die volle Himbeerdröhnung zu geben :)

In den Rotkohl habe ich einfach etwas Himbeermarmelade (ohne Kerne) eingerührt.

Die Knödel habe ich mit Himbeer-Croutons gefüllt. Dafür Weizentoastbrot in kleine Würfel schneiden, Butter in einer Pfanne erhitzen und die Toastwürfel darin knusprig braten. Vom Herd nehmen und mit 3 - 4 EL Himbeersaft vermischen.

Fazit nach meiner ersten eigenen Ente: Die Arbeit hat sich wirklich gelohnt. Vor allem die Füllung und die Sauce waren dermaßen lecker, dass ich sonst gar nichts dazu gebraucht hätte!



Und alle Zutaten auf einen Blick:

750 g Tiefkühl-Himbeeren
1 Ente (1,9 kg ohne Innereien)
200 g Weizentoast
1 rote Zwiebel
3 Birnen (insgesamt ca. 500 g)
frischer Thymian
2 EL Butter
3 großzügige Löffel Himbeermarmelade (ohne Kerne)
1 EL Zucker
1 EL Balsamico
1 EL Honig
Salz
Pfeffer
Speisestärke oder Soßenbinder

Kommentare:

  1. Oh, Ente!!! Jetzt weiß ich, was ich auch bald unbedingt nochmal machen muss! ;) LG, Katha

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  2. beim Anblick der Rezepte bekommt man ja richtig Hunger. Gefällt mir richtig gut die Seite. Freue mich schon auf neue Beiträge.

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  3. @ Katha: Hast Du die Ente schon probiert?

    @ Daniel: Dankeschön - freut mich sehr, dass Dir mein Blog gefällt :)

    Liebe Grüße

    Nina

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  4. Das klingt nach einem echten Festmahl. Und weil ich herzhafte Gerichte mit Obst so sehr liebe, wandert das gleich auf meine Auch-Wollen-Liste ;)

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