Donnerstag, 27. September 2012

Aromatisierte Essige

Ich habe dieses Jahr ganz viele verschiedene Sorten Essig zum Aromatisieren angesetzt - ich liebe Essig ja ohnehin und diese Fruchtessige könnte ich direkt pur trinken, so lecker schmecken sie ;) 

Da die Zubereitung im Prinzip ja immer die gleiche bleibt, habe ich alle Sorten in einem Beitrag zusammen gefasst. 

Und diese Sorten habe ich gemacht: 

Von vorne nach hinten: Brombeeressig, Heidelbeeressig, Himbeeressig, Mirabellenessig


Kräuteressig mit Zitronenthymian und Rosmarin


Von vorne nach hinten: Kirschessig, weißer Johannisbeeressig, roter Johannisbeeressig


Holunderblütenessig

Außerdem habe ich noch Stachelbeeressig gemacht, davon gibt es aber leider kein Foto ;)


Ich habe als Grundlage für alle Sorten einen Condimento bianco ("Balsamico bianco") verwendet, man kann aber natürlich auch einen anderen Essig nehmen, z. B. Weißweinessig. Wie bei allem gilt: Das Endprodukt kann nur so gut sein wie seine Zutaten - man kann schließlich nicht aus einem schlechten Essig einen guten machen ;) 

Die Mischungsverhältnisse richten sich eigentlich ganz nach dem Geschmack und welches Ergebnis gewünscht wird. Natürlich wird der Essig fruchtiger und milder, je höher der Fruchtanteil ist. Ich habe auf einen Liter Essig immer zwischen 600 und 800 g frische Früchte verwendet. 

Die Früchte werden gewaschen, verlesen und ggf. entsteint und klein geschnitten (Mirabellen, Kirschen). Die so vorbereiteten Früchte kommen in ein großes Einmachglas o. ä. und werden mit dem Essig übergossen. Beeren habe ich vorher noch gründlich zerdrückt. Den Essig nun an einem hellen Platz (aber keine direkte Sonne - das war bei mir die Fensterbank im Wohnzimmer) ca. drei Wochen ziehen lassen. Währenddessen das Glas täglich schütteln. 

Wenn der Essig fertig ist, wird er abgefiltert. Am Besten lässt man den Essig erst einmal durch ein normales Sieb laufen, um die größten Fruchtstücke abzuseihen, die dann noch ausgedrückt werden. Danach kann der Essig gefiltert werden. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten, die auch nach Geschmack eingesetzt werden können: Man kann den Essig durch ein feines Sieb gießen, durch ein Mulltuch seihen oder durch einen Kaffeefilter laufen lassen. Letzterer filtert natürlich die meisten kleinen Schwebteile heraus, nimmt dem Essig allerdings auch etwas vom Fruchtaroma. 

Wer möchte, kann den Essig der Haltbarkeit wegen dann heiß abfüllen (wie bei Marmelade o. ä.), also kurz aufkochen, in eine Flasche füllen und einige Minuten auf dem Deckel stehen lassen. 


Für den Holunderblütenessig habe ich auf 1 Liter Essig die Blüten von 12 Dolden verwendet, wobei ich die Blüten mit einer Schere von den großen grünen Stielen geschnitten, in ein Glas gegeben und mit dem Essig übergossen habe. Das Aroma der Holunderblüten sitzt im Blütenstaub. Daher sollten die Dolden nicht direkt nach Regen gepflückt werden und man sollte sie auch nicht waschen, sondern nur sehr gründlich ausschütteln. 

Kräuteressig kann man natürlich mit allen möglichen Kräutern und Gewürzen ansetzen. Ich habe auf einen Liter Essig verwendet: 3 Zweige Rosmarin, 7 Zweige Zitronenthymian, 1 TL Wacholderbeeren und 1 TL bunte Pfefferkörner. Der Kräuteressig ist bei mir nur zwei Wochen gezogen. Danach habe ich die Kräuter und Gewürze abgeseiht und vor dem Abfüllen jeweils einen frischen Zweig Zitronenthymian mit in die Flasche gegeben. 



Die Essige sind wirklich alle unheimlich lecker geworden! Meine Favoriten sind allerdings Mirabelle, Brombeer, Holunderblüte und Kräuter.

Kommentare:

  1. Himbeeressig mache ich schon seit vielen Jahren,
    von den anderen Sorten habe ich jetzt hier bei
    Dir zum allerersten Mal gelesen.
    Danke sehr.
    Liebe Grüße Birgit

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    1. Gerne doch :) Es lohnt sich wirklich, Essig mal mit anderen als den üblichen Fruchtsorten anzusetzen!

      Liebe Grüße

      Nina

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  2. Wow, das ist ja eine richtige Essigparade! Hören sich alle sehr lecker an! Ich glaub, das muss ich mir für's nächste Jahr auch mal merken...
    Mein Augenmerk liegt ja bisher eher auf der Likörproduktion! ;-)
    Lg, Miriam

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    1. Danke :) Die Likörproduktion ist hier meinem Mann vorbehalten ;)

      Liebe Grüße

      Nina

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  3. Ich war letztens auch in einem Essig und Öl laden, die hatten dort auh über 50 Sorten. habe ein paar einfach mit etwas Brot testen können, das war echt lecker.

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    1. Aus so einem Laden hatte ich bisher auch immer meine Fruchtessige, aber dieses Jahr wollte ich es mal selbst probieren - werde ich nächstes Jahr bestimmt auch wieder machen :)

      Liebe Grüße

      Nina

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  4. Hmmmm das sind ja feine Essigsorten, wenn du Quitten bekommst solltest du dir noch einen Ansetzen, der ist köstlich ;)

    LG Kerstin

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    1. Oh, tolle Idee - Quitten haben wir im Garten und die müssten auch bald erntereif sein! Eigentlich hatte ich die Essigproduktion für dieses Jahr abgeschlossen, aber ich glaube Quittenessig mache ich doch noch! Danke für den Tipp :)

      Liebe Grüße

      Nina

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  5. Du bist verrückt!!! Die Idee hatte ich im Hinblick auf den (Weihnachts)kalender auch....aber sooo vieeele leckere Ideen, Nina, du bist verrückt, aber weißt Du was, find´ich nicht schlimm...find ich gut!! :-)
    LG Silvia

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    1. Wenn Du das verrückst findest, bin ich es doch gerne ;) WIRKLICH verrückt wäre wohl eher ein Bratmaxe-Essig *g*

      Liebe Grüße und schon mal ein schönes Wochenende wünsche ich Dir!

      Nina

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    2. Naaaaa, wart mal ab, vielleicht irgendwann mal :-)
      Ja, sooooo viele schöne, leckere Sachen...hach, macht immer Spaß Dir "über die Seite" zu schauen !!! ....und ein bisken verrückt muss man doch sein...schon allein wegen Bratmaxe :-)
      Dir auch ein schönes Wochenende!!!!
      LG Silvia

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    3. Ich glaube, die Hoffnung werde ich nicht erfüllen ;)

      Liebe Grüße

      Nina

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  6. Hmmm, das hört sich ja lecker an! Bis jetzt habe ich solche besonderen Essige immer bei uns im Lädchen zu heftigsten Preisen gekauft. Werde ich nun mal versuchen selbst zu machen. Habe aber noch eine Frage...Wie lange hält sich denn so ein Fläschen mit Essig? Die normale Variante, ohne kochen. Liebste Grüße Yvonne

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    1. Vielen Dank :)

      Bisher habe ich diese Essige auch immer gekauft ;) Aber mit den selbstgemachten bin ich nun auch sehr zufrieden :)

      Wie lange sich diese Essige halten, kann ich nicht genau sagen, da ich damit noch keine Erfahrung habe. Ich habe aber (fast) alle Sorten aufgekocht, so dass sie sich verschlossen recht lange halten dürften.

      Ich habe mal in meinem Einmachbuch nachgeschaut. Dort sind auch verschiedene Essigrezepte enthalten und die Haltbarkeit wird je nach Sorte mit 4 bis 9 Monaten angegeben.

      Ich hoffe, das hilft Dir irgendwie weiter.

      Liebe Grüße

      Nina

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  7. Ich seh schon, ich brauche nie wieder zu Oil&Vinegar zu gehen, ich geh einfach zu Nina. Die versorgt mich gut. :o)

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    1. *g*

      Aber ich liefere ja nur die Rezepte ;)

      Liebe Grüße

      Nina

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  8. kleiner Tipp: Den Holunderblütenessig kann man auch mit Blüten machen, die schon im Sirup gezogen haben. Dazu nimmt man nach dem Abseihen vom Sirup einfach die Blüten und übergießt sie mit Essig. So hat man zweimal was von ihnen :)

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    1. Danke für den Tipp! Ich hatte das schon mal irgendwo gelesen, aber ich hatte bedenken, dass der Sirup schon so viel Geschmack aus den Blüten zieht, dass der Essig nicht mehr intensiv genug wird. Nimmst Du dann nur Blüten aus dem Sirup oder zusätzlich noch ein paar frische mit Dazu?

      Liebe Grüße

      Nina

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  9. Mache schon einige Jahre meine verschiedenen Fruchtessige selbst. Da es mir leid tat die "Essigfrüchte" anschließend zu entsorgen machte ich daraus ein fruchtiges Chutney mit Chili Zwiebel Knoblauch, Honig u.s.w.. Rezepte findet man hier viele im Netz. Man darf aber keinen Essig mehr dazugeben. Habe heuer neu aus Bioorangen Orangenessig, Orangenöl und Orangensalz gemacht. Das über einen Blatt- oder Karottensalat ein Traum.
    Lieben Gruß
    Carola

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    1. Hallo Carola!

      Die in Essig eingelegten Quitten hatte ich auch weiterverarbeitet (zu Konfitüre), die Beeren habe ich allerdings so gut wie möglich ausgedrückt, so dass sie denke ich nicht mehr großartig weiterzuverwerten waren. Wie handhabst Du das? Drückst Du Deine Früchte auch aus oder lässt Du sie nur abtropfen, um sie weiterzuverwerten? Prinzipiell finde ich es nämlich toll, aus diesen "Resten" noch was Schönes zu machen :)

      Liebe Grüße

      Nina

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    2. Da ich jetzt erst deine Frage gesehen habe, weil ich Dir ein neues Rezept, dass ich ausprobiert habe, schreiben wollte.
      Also ich lasse die Früchte in einem engmaschigen Sieb abtropfen und drücke ein wenig mit einem Löffel darauf, dann verarbeite ich sie weiter.
      So und nun zu meinem neues Essig. Habe ihn mit Vogelbeeren (Eberesche) gemacht. Beeren waschen, trocknen und für 24 Std. tiefkühlen. 1 Handvoll bei einem Kg in TK lassen.Apfelessig kurz aufkochen, Beeren hineingeben 1 Min köcheln und in Flaschen abfüllen. Nach ca, 3-4 Wochen die Beeren abgießen. Flüssigkeit in kleinere Flaschen umfüllen und je 1-2 EL von den tiefgefrorenen Beeren dazu geben, Man kann noch 1 kleines Stück Zimt oder 1 kleine Chilischote mit hinein geben. Der Essig eignet sich überall dort wo ein leicht bitterer Geschmack gewüscht ist.
      Übrigens habe ich, da ich 2 Vogelbeerbäume im Garten habe heute Vogelbeermarmelade gemacht je 1x halb mit Apfel, Birnen und Zwetschken. Wer Orangen- oder Preiselbeermarmelade gern isst, den wird auch diese Marmelade gut schmecken, die Beeren aber vorher wieder einfrieren oder nach dem ersten Frost warten,
      Lieben Gruß Carola

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    3. Hallo Carola,

      Danke, dass Du Dich nochmal meldest :) Und Danke für den Rezepttipp. Mit Vogelbeeren habe ich noch nie etwas gemacht - vielleicht sollte ich mich mal hier umsehen, ob hier auch ein Vogelbeerbaum wächst.

      Liebe Grüße

      Nina

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    4. Hallöchen,
      Ich habe gerade zum ersten Mal hier reingeschaut und bin begeistert. Ich mache oft Orangenessig aus Der vollen Frucht, die ich aber viertel. Manchmal wird der Balsamico trübe und auch nach dem Filtern sind immer noch Trübstoffe da. Gibt es einen trick wie ich den Essig klar bekomme?
      Ich würde mich über eine Antwort freuen. Eva

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    5. Hallo Eva!

      Herzlich Willkommen! Es freut mich, dass Dir mein Blog gefällt :)

      Je feiner Dein Sieb ist, desto klarer wird auch der abgefilterte Essig. Relativ klar wird der Essig, wenn Du ihn z. B. durch einen Kaffeefilter gibst. Ich lasse meinen Essig aber immer naturtrüb, denn man filtert ja auch die Geschmackstoffe mit raus.

      Liebe Grüße

      Nina

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  10. Hallo Eva,

    ich habe noch einen Denkanstoss: seit ich einmal in einem Türkenladen einen Granatapfelessig (Nar Sirkesi) gekauft habe, bin ich auf der Suche nach einem preislich erschwinglichen "Nachschub", Leider hatte der Laden Schlussverkauf, existiert also nicht mehr. Nun werde ich also versuchen, diese Köstlichkeit selber herzustellen. Falls du es auch einmal ausprobierst, bin ich froh, wenn ich hier gelegentlich deinen Erfahrungsbericht lesen darf.

    Nette Grüsse aus Prag
    Milota

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    1. Hallo Milota,

      mein Name ist Nina ;) Der Granatapfelessig hört sich zwar gut an, aber ich verwende eigentlich nur eigenes Obst für meine Essige, somit fällt Granatapfel für mich flach :) Aber ich denke, das Prinzip dürfte das gleiche sein: Granatapfelkerne (ggf. vorher "anstoßen" mit Essig ansetzen, einige Wochen ziehen lassen und abfiltern. Probier es doch einfach mal mit einer kleinen Menge aus :)

      Liebe Grüße

      Nina

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  11. Hallo,
    Dein Beitrag über Essig ist toll. Fruchtessige sind sehr aromatisch und verdienen zurchet zunehmende Aufmerksamkeit. Also weiterhin viel Spass mit Essig & Co...:))
    lg

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  12. Hey Nina! :)

    Essig mag ich noch gar nicht so lange, das hat sich aber geändert, als ich im letzten Jahr einen wirklich sehr guten, selbstgemachten Himbeer-Essig geschenkt bekommen habe, den ich natürlich nicht verkommen lassen wollte. :)

    So langsam geht er nun zur Neige - wäre ja eine gute Gelegenheit, um dein Rezept mal auszuprobieren! Übrigens bin ich einfach total fasziniert von Essig, insbesondere von Balsamico - wusstest du, dass er eigentlich unbegrenzt haltbar ist, wenn man ein paar Sachen beachtet (Quelle: http://balsamico.org/balsamico_haltbarkeit.html )? Wobei ich mich frage, wie lange sind denn aromatisierte Essige haltbar, besonders solche mit Obst? Du schreibst ja, man könne ihn heiß machen und quasi vorgehen wie beim Marmelade kochen, aber hast du evtl (oder jemand anderes) Erfahrungswerte, wie lange er sich dann schlussendlich hält?

    Vielen Dank schonmal!

    Christina :)

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