Dienstag, 26. Februar 2013

Foodblogger-Charts: Katharina kocht mit "Lemon Tree"



Herzlich Willkommen zu einer weiteren Ausgabe der Foodblogger-Charts!
Um was es geht, könnt Ihr hier nochmal nachlesen. 






Katharina kocht. Und Katharina bloggt. Und das macht sie so fantastisch gut, dass selbst ich als Zuckerjunkie ihren Blog einfach liebe! Denn Katharina verzichtet im Moment komplett auf Zucker. Dafür geht es bei ihr saisonal, regional, fast fleischlos und immer furchtbar lecker zu – und auch ohne Zucker manchmal süß :) Wer nicht die Willensstärke von Katharina (dafür hat sie übrigens meinen allergrößten Respekt!) hat, findet in ihrem Blog auch Rezepte  aus Tagen vor ihrer zuckerfreien Zeit wie z. B. Apfelkuchen in den leckersten Varianten oder ihre Plätzchen, die sie für das Online-Magazins "Hilda" an Weihnachten gebacken hatte. Das alles hält Katharina in wunderschönen Bildern fest. Wer außerdem lernen möchte, was ein LOHAS is(s)t, was bei einem Flexitarier auf den Tisch kommt, woher das Wort „Diät“ seinen Ursprung hat, wer eigentlich Lucia ist, worin der Unterschied zwischen Frikassee und Blankett oder zwischen Karotten und Möhren liegt, warum es bei Kaiser Franz und seiner Sissi nie Kaiserschmarrn gab, was das Alpha-Tierchen auf dem Wochenmarkt kauft oder was Eierlikör mit Avocados zu tun hat, sollte sich bei Katharina genauer umsehen. 

Kostprobe gefällig? 







Nachdem Katharina derzeit komplett auf Zucker verzichtet, habe ich für sie kein „süßes“, sondern ein „saures“ Lied herausgesucht. 


Was sich im ersten Moment vielleicht einfach anhört, ist eine echte Herausforderung. Denn die saure Frucht spielt doch hauptsächlich in süßen Rezepten die Hauptrolle. Trotz ihres Zuckerverzichts hat Katharina uns passend zum Lied ein Dessert gezaubert – ganz ohne Kristallzucker, dafür mit ganz hohem „Ich-lasse-alles-stehen-und-liegen-und-eile-sofort-in-die-Küche–Faktor“. 
 


Ooooh, die schlimmen 1990er Jahre. Mit amüsiertem Grauen betrachte ich Fotos von mir aus dieser Zeit: übergroße Pullis in schwierigen Farben, dazu wahlweise Leggings oder Karottenjeans und natürlich die mit viel Haarspray in Form gebrachte Stirntolle. Warum hat uns eigentlich niemand gesagt, wie albern wir ausgesehen haben?! Musikalisch teilten wir uns in zwei Lager: entweder dröhnten Dance- und Techno-Rhythmen aus dem Kassettenrecorder, oder man hörte Grunge. Boybands waren bei uns total verpönt, dazu waren wir einfach zu cool. (Hahaha. Als ob man mit Karottenjeans jemals cool sein könnte.) "Lemon Tree" von Fools Garden war irgendwas dazwischen, Gute-Laune-Pop, der landauf-landab in den Radiostationen dudelte und irgendwann sogar den Weg in die Liederliste unseres Musikunterrichts fand. Wir sangen "dap-da-da-DA-ra-dap-DI-dap-da" zur enthusiastischen Gitarrenbegleitung unserer Musiklehrerin und fanden es endspeinlich. Oh ja, die schlimmen 1990er.

Die 1990er waren aber auch das Jahrzehnt, in dem ich kochen lernte, in dem wir viel umherreisten und in dem sich dadurch für mich viele neue Geschmackswelten auftaten und die meine Liebe zu gutem Essen für immer prägten.


Das erste, was mir zu "Lemon Tree" in den Sinn kam, als Nina mich fragte, ob ich bei ihren Foodblogger-Charts mitmachen wollte (unbedingt!) und mir das Lied nannte, war witzigerweise genau das: Ein Zitronenbaum. In den 1990ern hatte ich nämlich einen italienischen Freund, dessen Eltern hinter ihrem Haus in Italien einen Zitronenbaum stehen hatten, der so voll von großen, saftigen und aromatischen Zitronen war, wie ich sie seither nie wieder gesehen habe. Zusammen mit der Tante meines Freundes rührte ich eine riesige Menge "Semifreddo al limone" aus einer einzigen Zitrone an und aß damit das herrlichste Dessert aller Zeiten, cremig-sahnig und gleichzeitig fruchtig und frisch. Die Beziehung hielt zwar nur kurz und das Halbgefrorene  verschwand lange aus meinem Speiseplan, aber wirklich vergessen wurde es nie, im Gegensatz übrigens zu dem Typen. ;-) Ein bisschen Internetrecherche zehn Jahre später brachte mich dann zu "meinem" Rezept, und das habe ich mittlerweile so verinnerlicht, dass ich es bestimmt nicht wieder vergessen werde!

Je nach Saison lässt sich die Zitrone durch Fruchtstücke oder –püree austauschen. Besonders mit Himbeeren ist es extrem köstlich, das Rezept findet Ihr auch auf meinem Blog.

Vielen Dank, liebe Nina, dass ich einen Gastauftritt in Deinen Foodblogger-Charts haben durfte! (Und gut, dass ich nicht singen musste. Das kann ich wesentlich schlechter als Kochen. Wesentlich.)



Semifreddo al limone
Dessert für 6

Da ich mich seit einer ganzen Weile zuckerfrei und fructosearm ernähre, habe ich den Kristallzucker hier durch Dextrose (Traubenzucker) ersetzt.  

3 Eigelb (Eiweiß lässt sich, so es nicht anderweitig  verwendet wird, super einfrieren)
150g Dextrose/Traubenzucker – alternativ 100g Puderzucker (Dextrose ist weniger süß als Zucker)
Fein abgeriebene Schale von 1 unbehandelten Zitrone
100ml Zitronensaft
250ml Sahne

Eigelb und Dextrose bzw. Puderzucker) erst einmal langsam miteinander verrühren, am besten mit einem Löffel oder einer Gabel – wenn man sofort den Mixer ranlässt, spritzt erfahrungsgemäß alles in der Gegend umher. Die Masse dann über einem warmen Wasserbad etwa 5 Minuten lang aufschlagen, bis sich die Kristalle aufgelöst haben. Vom Wasserbad nehmen, den Wasserbad-Topf mit kaltem Wasser füllen und die Eigelb-Masse darauf noch einmal 3 Minuten kalt schlagen. Das Ganze sollte am Ende weißlich und dick sein.

Zitronenschale und –saft unter die Eigelb-Masse rühren.

Sahne steif schlagen und unterheben. (Probieren ist erlaubt – aber nicht alles wegschlecken!)

Das zukünftige Semifreddo auf 6 Tassen oder Schälchen verteilen und mindestens 4 Stunden frieren lassen. Alternativ eine Kastenform mit Frischhaltefolie auslegen (ich nehme dazu am liebsten eine Silikonform und spare mir die Folie) und die Masse dann einfüllen. Mindestens 6 Stunden durchfrieren lassen.

10 Minuten vor dem Servieren aus dem Tiefkühler nehmen und leicht antauen lassen. Wenn man Tassen zum Einfrieren benutzt hat, kann man diese auch kurz in ein warmes Wasserbad tunken, dann löst sich das Semifreddo besser. Kurz mit dem Messer um den Rand fahren ist auch hilfreich. Beim Gefrieren in der Kastenform die Form kippen und die Folie entfernen, dann das Semifreddo in Scheiben schneiden.


Und jetzt kommt das Fiese, das richtig Gemeine: Die knackige Schokoschicht (technisch: kakaohaltige Fettglasur.)

Dafür
2 EL Kokosöl (richtiges Kokosöl, kein Kokosfett oder Palmin)
auf kleiner Hitze schmelzen lassen und
1 EL guten Backkakao
½ TL Dextrose (oder eben Puderzucker)
einrühren. Ganz kurz kalt werden lassen und dann über das gestürzte und angerichtete Semifreddo gießen. Schnell noch mit etwas kunstvoll geriebener Zitronenschale bestreuen und in 2 Minuten ist die Schokoschicht fest und knackig.



Danke, liebe Katharina!

Kommentare:

  1. Danke, Nina! <3 So eine liebe Einleitung, viiiielen Dank! Hat sehr viel Spaß gemacht. :)
    Liebe Grüße
    Katharina

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    1. Sehr gerne, liebe Katharina :) Es hat mich riesig gefreut, Dich als Gast zu haben. Falls ich mal wieder so eine Aktion mache, muss ich unbedingt daran denken, mir Kostproben liefern zu lassen ;)

      Liebe Grüße und noch eine schöne Woche!

      Nina

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  2. Ein toller Bericht! Ich musste ein paar mal echt schmunzeln beim Lesen :-) das Rezept ist super und eine tolle Alternative wenn man keine Eismaschine hat.

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  3. Das klingt schon so wahnsinnig nach Sommer! Und Italien ist einfach immer wieder schön - kulinarisch wie auch landschaftlich.

    Danke für das tolle Rezept!

    Liebe Grüße,
    Catharina

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  4. Bow, wie lecker, hätt ich Zitronen und sahne im Haus, würde ich es sofort nachmachen. So wird es auf´s Wochenende verschoben,.... just a another lemon tree.... trilalalalaaaa ;-)

    LG
    Martina.

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  5. Wie cremig das aussieht! Sobald man hier wieder die Heizung abdrehen kann, wird das Semifreddo nachgemacht. Die Zutaten habe ich eigentlich immer hier.

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  6. Uiuiui sieht das lecker aus.. das wird definitiv mal nachgemacht!!!!

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