Donnerstag, 1. August 2013

Marillenknödel und Buchvorstellung "Frische Gartenküche"


Ich hatte bislang noch nie Marillenknödel gegessen, geschweige denn selbst gemacht. Allerdings wollte ich es schon immer mal probieren. Jetzt hatte ich die perfekte Gelegenheit dazu!

Der Löwenzahn-Verlag hat mir ein Exemplar des Buches "Frische Gartenküche - Rezepte für jede Jahreszeit" von Andrea Schabbauer zur Verfügung gestellt - vielen Dank dafür :)

Beim Durchblättern blieb ich sofort an den Marillenknödeln hängen und so war schnell klar, welches Rezept ich als erstes aus dem Buch nachkochen würde. 

Es hat sich gelohnt: Die Knödel waren soooo lecker! Ich war erst skeptisch, da der Quarkteig sehr weich war und ich hätte vorher fast darauf gewettet, dass er im Wasser zerfällt. Aber alles hat wunderbar funktioniert, wie es im Rezept angegeben war :) 


Das Rezept ergibt acht Knödel.

250 g Quark (20 % Fett) zusammen mit 70 g weicher Butter, 1 Ei, 70 g Weichweizengrieß, 70 g Mehl und einer Prise Salz zu einer geschmeidigen Masse verrühren. Beiseite stellen und etwas quellen lassen. 

Einen großen Topf mit leicht gesalzenem Wasser aufkochen.

Inzwischen acht mittelgroße Marillen (Aprikosen) bis zur Hälfte aufschneiden, auseinanderdrücken und den Stein entfernen. Anstelle des Steins je ein Stück Würfelzucker hineinsetzen und die Marille wieder zusammendrücken. 

Ein Teil des Teiges in den angefeuchteten Händen flach drücken, eine Marille hineinsetzen und den Teig über der Frucht wieder verschließen. 

Die Temperatur des Kochwassers etwas reduzieren und die Knödel darin ca. 12 Minuten garen. Das Wasser sollte nicht mehr sprudeln kochen, sondern die Knödel sollten eher darin ziehen. 


Währenddessen in einer großen Pfanne 50 g Butter schmelzen, 100 g Semmelbrösel hinzugeben und goldbraun rösten. Die Brösel nach Geschmack zuckern. 

Die Marillenknödel mit einer Schaumkelle aus dem Topf nehmen, abtropfen lassen, in die Pfanne zu den Bröseln geben und darin wälzen, bis sie rundherum bedeckt sind. 

Die Marillenknödel mit Puderzucker bestäuben und servieren. 

Ich weiß nicht, ob es in Österreich auch so gegessen wird, aber bei uns gab es zu den Knödeln Vanillesauce. 

Laut der Angaben im Buch lassen sich die Knödel je nach Saison auch mit je einer Zwetschke oder je drei Kirschen füllen. 







Zum Buch selbst möchte ich Euch natürlich auch noch ein bisschen was erzählen:


Das Buch "Frische Gartenküche - Rezepte für jede Jahreszeit" von Andrea Schabbauer, erschienen im Löwenzahnverlag, bietet genau das: Rezepte für Frühling, Sommer, Herbst und Winter mit saisonalem Gemüse und Obst. Gerichte mit Fleisch und Fisch sind ebenfalls, aber nur in relativ geringer Zahl vorhanden, was mich persönlich aber kein bisschen stört ;) 

Das Buch ist nach Jahreszeiten gegliedert, so dass man schnell zur passenden Saison ein Rezept findet. Neben dem Register nach Jahreszeiten vorne im Buch gibt es am Ende aber auch noch ein alphabetisches Verzeichnis sowie ein Register nach Rezeptarten (z. B. Vorspeisen, Beilagen, Hauptgerichte mit Fleisch und Geflügel, Desserts...). In den Kapiteln Sommer und Herbst sind die meisten Rezepte verzeichnet - was natürlich wegen der Erntemonate auch nachvollziehbar ist. 

Die Autorin ist keine gelernte Köchin, sondern Mitarbeiterin eines Auktionshauses. Kochen hat sie sowohl in der Schule als auch von ihrer Mutter und Großmutter gelernt. Als Tochter einer Wiener Gärtnerfamilie und Mutter dreier Kinder hat sie reichlich Rezepte zur saisonalen Küche zusammengetragen, die sie nun in diesem Buch veröffentlicht. 

Im ersten Teil des Buches verrät die Autorin nicht nur ein wenig über sich selbst und ihre Motivation für das Thema des Buchs, sondern gibt auch Tipps zu hochwertigen Ölen. Diesem Thema scheint ihr am Herzen zu liegen, denn sie hat ihm fünf Seiten gewidmet, auf denen sie grundsätzliches über Öle schreibt und verschiedene Ölsorten vorstellt. 


Die Rezepte selbst sind bunt gemischt: Suppen, Hauptgerichte, Aufstriche und Pestos, Desserts, Salate, Kuchen, Getränke ... - aus allen Sparten ist etwas zu finden. Dabei wird natürlich hauptsächlich mit einheimischem Obst und Gemüse, Garten- und Wildkräutern gearbeitet, einige Rezepte enthalten zusätzliche "Exoten" wie Kichererbsen oder Ingwer, aber die meisten Zutaten kommen tatsächlich aus dem heimischen Anbau. 

Die meisten Rezepte sind nicht aufwendig, sondern lassen sich recht einfach umsetzen. Viele Gerichte könnten so die Alltagsküche bereichern, es gibt aber auch einige ungewöhnliche Rezepte, wie den Kräuter-Smoothie aus Gurke, Melone, Banane und Kräutern oder die Grillzwiebeln mit Minze. 

Insgesamt gefällt mir die Rezeptauswahl gut. Allerdings finde ich es schade, dass nicht zu allen Rezepten Bilder abgedruckt sind. Die vorhandenen Bilder aber machen Hunger :) Auch ansonsten ist das Buch schön gestaltet. 

Zu vielen Rezepten gibt es Tipps zur Abwandlung, zum Ersetzen bestimmter Zutaten oder Empfehlungen für passende Beilagen etc. Außerdem sind über das ganze Buch jede Menge Infos zu den verschiedenen Zutaten verteilt, was mir sehr gut gefällt! So verrät die Autorin Näheres über die ursprüngliche Herkunft, die Inhaltsstoffe, die Aussaat und die Erntezeit der Obst-, Gemüsepflanzen und Kräuter und gibt Pflegetipps für den Anbau im Garten oder auf der Fensterbank. 


Bisher habe ich aus dem Buch nur die Marillenknödel gekocht, aber ich möchte Euch einen kleinen Einblick in die vier Jahreszeiten des Buchs geben mit Gerichten, die mir sofort aufgefallen sind: 

Frühling: 
- Kräutersirup
- Sauerrahmsoufflé auf Erdbeermus
- Risotto mit Spargel, Erbsen und Minze
- Salat von gegarten Weizenkörnern 

Sommer: 
- kalte Gurkensuppe
- Zucchini-Polenta-Strudel
- Weichselcreme mit Grieß 
- Schoko-Minz-Muffins

Herbst: 
- Kürbis-Bruschette
- Traubenkuchen mit Mascarpone
- Kürbis-Graumohn-Torte
- Weintrauben-Relish mit Rosmarin

Winter: 
- Rotkrautaufstrich 
- Krautpiroggen
- Maroniparfait
- Panellets (süße Erdäpfelbällchen)


Danke nochmal an den Löwenzahnverlag für die Bereitstellung des Buches und den netten Kontakt :) 


Kommentare:

  1. Hihi, die vielen klebezettel:) Das kenne ich. Marillenknödel habe ich noch nicht gemacht, dafür gibt es seit ich denken kann bei uns Pflaumenknödel, wenn die Bäume damit voll sind. Wenn der Teig so weich war, waren die Knödel am Ende sicher schön fluffig!

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  2. Das sieht aber sehr lecker aus und scheint auch für die warmen Sommertage genau das Richtige zu sein. Ob es meiner Mannschaft schmeckt sei zu testen, Rezept ist jedenfalls kopiert und wird in Kürze getestet. Sonnige Grüße Katja

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  3. Jaaaaaaaa, genau so macht meine Mama sie auch, die hat das Rezept von der Tante meines Vaters bekommen. Ob die Mengenangabe die selbe ist weis ich grad nicht auswendig, nur das wir die immer mit noch zerlassener Butter übergossen bekommen haben. Das weckt Kindheitserinnerungen.
    Gleich mal Mama anrufen und drum bitten :D

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    1. achja, die Tante lebte in Ferlach Österreich ^^

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  4. Das Buch hört sich super an.
    Vielleicht magst du ja mal den Zucchini-Polenta-Strudel nachbacken und uns das Rezept verraten!? ;)
    Gruß
    Carina

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  5. Das sieht himmlisch aus...ein wirklich schöner Blog!
    Wir sind zur Zeit im Backfieber
    (http://lasagnolove.blogspot.de/2013/07/something-sweetbirthday-cupcakes.html)
    und finden deinen Blog sehr inspirierend!

    Liebste Grüße,
    Birdy und Bambi

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  6. Ooh, die Marillenknödel schauen gut aus! Ich liebe ja Knödel aller Art, aber Marillenknödel könnte ich so oft futtern, bis ich selbst einem dicken Knödel ähnele.

    Ich bin gespannt, was Du als nächstes aus dem Buch zaubern wirst!

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  7. Das sieht so lecker aus! Habs zwar auch noch nie gegessen, aber DAS kann nicht verkehrt sein. :-)

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  8. Oh Mann,
    so kurz vor der Mittagszeit so wunderschöne Fotos von Marillenknödel anzusehen, das hält mein Herz fast gar nicht aus!
    Die sehen ja total herrlich aus! Ich kenne den Teig schon länger und bin auch total begeistert davon! Probiers dorch auch mal mit Zwetschken oder Erdbeeren, das Ergebnis ist genauso herrlich wie mit den Marillen!
    Wünsche dir ein schönes Wochenende,
    LG
    Vicky

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  9. Ui. Knödel mit Aprikosen anstelle von Marillen. Interessant. Allerdings bevorzuge ich doch ganz eindeutig die Marillenvariante. :D
    Auch lasse ich den Zuckerwürfel weg. Das braucht es nach meiner Ansicht und nach meinem Geschmack nicht.

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    1. Ach ich Doofkopf. Ich meinte doch Mirabellen. Mit Mirabellen mach ich die Knödel sehr gerne. Marillen und Aprikosen sind ja das gleiche. -.-

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  10. Ich habe Marillenknödel letztens in Wien zum ersten Mal probiert und fand sie total lecker. Wenn die Pflaumen im Garten reif sind, werde ich dein Rezept definitiv nachprobieren! Danke! :-)

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  11. Ich - die Fotografin - kann nur sagen: ich hab alles gekostet und es war super gut! Tolle Familie die Schabbauers... War eine Freude! LG Rita Newman

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    1. Hallo Rita,

      wie schön, hier von Dir zu lesen :) Du hast das Buch wirklich toll bebildert! Ich kann bisher auch nur Gutes über die Rezepte berichten.

      Liebe Grüße

      Nina

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